Der ostdeutsche Mann

Das Bild des ostdeutschen Mannes ist geprägt von Vorurteilen und Zuschreibungen. Ausländerfeindlich soll er sein, reaktionär bis rechtsextrem, demokratieunfähig und gewaltbereit. Das Stereotyp vom zurückgebliebenen und für die Gesellschaft verlorenen Ostmann könnte jedoch zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Jemand, der permanent zur problematischen Figur stilisiert wird, neigt nun mal dazu, ein Problemfall zu werden. In dem Essay zeige ich, wie bestimmte Zuschreibungen entstehen und was sie bewirken. In Zeiten, in denen Rechtspopulisten bei Landtagswahlen im Osten mit absoluten Mehrheiten rechnen können, scheint es mir notwendig, genauer hinzusehen und den männlichen Teil der Bevölkerung zwischen Oder und Elbe nicht abzuschreiben, sondern in seiner Mentalität wahrzunehmen. „Der ostdeutsche Mann. Eine soziokulturelle Selbsterkundung“ – soeben erschienen im Carl-Auer Verlag

Der mediale Blick auf den Osten

In den Medien erscheint Ostdeutschland meist als Problemfall, als Abweichung von der Normalität. Einer Datenanalyse der Universität Leipzig zufolge werden dem Wort „ostdeutsch“ auffällig oft Begriffe wie „überfremdet“, „völkisch“ und „ausländerfeindlich“ zugeordnet. Auch Attribute wie „abgehängt“, „gespalten“ und „provinziell“ stehen hoch im Kurs. Wie ist es dazu gekommen, dass der Osten Deutschlands immer „das Andere“ geblieben ist?  Ein Blick auf die mediale Berichterstattung über Ostdeutschland – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Die Macht der Zahlen in der Politik

Zahlen gelten als unbestechlich. Und wer gut mit Zahlen argumentiert, vermittelt Kompetenz und Sicherheit. Um in der Öffentlichkeit zu überzeugen, müssen Politiker in Debatten, Talk Shows, bei Reden und Vorträgen stets ein gewisses Repertoire an aktuellen Zahlen parat haben. Dabei hat es oft den Anschein, als suche man sich das passende Zahlenwerk für den jeweiligen politischen Standpunkt. Wie wird mit Zahlen Politik gemacht, welche Macht haben sie, wenn es darum geht, politische Botschaften zu vermitteln, Meinungen zu beeinflussen? Feature im Deutschlandfunk Kultur

Ostdeutsche Männer

Foto: Ralf Lotys (Sicherlich)

Mehr als 35 Jahre nach dem Mauerfall ist das deutsch-deutsche Verhältnis noch immer von Stereotypen und Klischees geprägt. Eines davon ist der Ostmann – abgehängt und unflexibel, mit großer Vorliebe für schwarzrotgoldene Anglerhüte und einem deutlichen Hang zum AfD-Wählen. Wie ist es zu diesen Zuschreibungen gekommen und welche Auswirkungen haben sie auf die Betroffenen? „Der Ostmann – Annäherung an ein Klischee“ Feature im Deutschlandfunk Kultur

 

Zu viel für einen Song

Auffällig viele Musikerinnen und Musiker veröffentlichen derzeit nicht nur Songs und Tracks, sondern auch Bücher und Romane – Geschichten, die im Songformat keinen Platz gefunden hätten. Ein Gefühl für einen Erzählrhythmus und einen Sprachsound verbinden die Bücher von Sophie Hunger, Charlotte Brandi, Kurt Prödel und Andrej Murašov. „Wenn die Welt nicht in ein Lied passt – Romane von Musikerinnen und Musikern“ Feature im Deutschlandfunk Kultur

Stunde Null

Als „Stunde Null“wurde das Kriegsende und der Neubeginn 1945 bezeichnet. Bekanntermaßen ein Mythos, denn es gab natürlich Kontinuitäten. Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung Deutschlands von der Nazidiktatur beschäftigte ich mich mit der Situation in der unmittelbaren Nachkriegszeit, sprach mit Zeitzeugen, Historikern und Autoren wie Volker Heise, Oliver Hilmes und Katja Heuer und stöberte in den Archiven. Die fünfteilige Reihe lief im Deutschlandfunk Kultur.
Folge 1 „Zerstörung und Wiederaufbau“
Folge 2 „Vertriebene“
Folge 3 „Holocaust-Überlebende“
Folge 4 „Reeducation und Demokratieaufbau“
Folge 5 „Strafverfolgung von NS-Verbrechen“

Wir Schlaflosen

Immer mehr Menschen leiden an und unter Schlafmangel, Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen. In meinem Essay betrachte ich Schlaflosigkeit als Symptom einer Gesellschaft, die sich keine Ruhe gönnt, Grundbedürfnisse ignoriert, natürliche Rhythmen außer Kraft setzt, keine Zeit zum Regenerieren und Träumen mehr findet und dadurch immer mehr ins Taumeln gerät. Digitalisierung und Homeoffice haben den Tag-und-Nacht-Rhythmus endgültig außer Kraft gesetzt. Gereiztheit, Nervosität und Erregbarkeit sind Symptome eines individuellen Schlafmangels, aber auch eines Zustands, in dem sich unsere stets und ständig unter Druck stehende Übermüdungsgesellschaft befindet. „Wir Schlaflosen. Kritik der Übermüdungsgesellschaft“ – soeben erschienen im Carl-Auer-Verlag

Des Volkes Stimme

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Volksinitiativen und Bürgerräte als Instrumente zur demokratischen Meinungsfindung. Aber welche Konsequenzen haben beispielsweise die Empfehlungen des ersten vom Bundestag beauftragten Bürgerrates „Ernährung im Wandel“? Werden sie tatsächlich ernst genommen und in politische Vorhaben integriert? Forderungen nach mehr Mitspracherecht werden immer lauter. Möglicherweise sind Bürgerräte und Volksinitiativen gar ein Mittel, der gegenwärtigen Demokratiemüdigkeit entgegen zu wirken.  Feature im Deutschlandfunk Kultur

Trilogie des gegenwärtigen Scheiterns

Für Christoph Peters‘ Roman „Der Sandkasten“ gibt es ein großes Vorbild: „Das Treibhaus“ von Wolfgang Koeppen. Christoph Peters hat den Koeppen-Roman von 1953 als Folie benutzt, um einen Roman über die Zustände im politischen Berlin während der Corona-Pandemie zu schreiben. „Krähen im Park“, dem Folgeroman von Christoph Peters, diente „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen als Vorbild. Und „Innerstädtischer Tod“, der neueste Peters-Roman, ist von Koeppens „Der Tod in Rom“ inspiriert worden. So schrieb Christoph Peters, angeregt von Wolfgang Koeppens „Trilogie des Scheiterns“  aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik seine „Trilogie des gegenwärtigen Scheiterns“ über das heutige Berlin. Feature im Deutschlandfunk Kultur