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Deutsch als Fremdsprache

Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration, heißt es. Doch wie kann man Menschen zum Spracherwerb motivieren, deren Aufenthaltsstatus und Zukunft ungewiss sind? Wie bringt man Flüchtlingen, die alles verloren haben, Vokabeln und Orthografie bei. Welche kulturellen Brücken sind zu überwinden? Unter den Freiwilligen, die ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen, um Geflüchteten das Ankommen in der hiesigen Gesellschaft zu erleichtern, sind auch professionelle Spracharbeiter, Autorinnen und Autoren wie Christiane Rösinger, Jasna Zajček oder Gregor Hens, die nun in ihren Büchern und Artikeln über ihre Erfahrungen in den Sprachkursen berichten. „Deutschstunde mit Flüchtlingen“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Die Sprache der Politik

Foto: Tim Reckmann / FotoDB.de

Reden, ohne etwas zu sagen – kaum eine Berufsgruppe hat das so perfektioniert wie unsere Politiker. Oder etwas so auszudrücken, dass es nicht verstanden wird – beziehungsweise nicht verstanden werden kann oder soll. Steckt dahinter vielleicht ein System? Soll das Wahlvolk mit Phrasen weichgekocht und manipuliert werden? Gibt es nur noch bräsiges Ausbreiten auf Allgemeinplätzen und Trumpsche Twitterattacken? „Worthülsen und Sprechblasen“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Holocaust is over?

Quelle: Pixabay

In den letzten Jahren erscheinen immer häufiger Bücher der so genannten dritten Generation nach dem Holocaust – autobiografisch gefärbte Romane und Erfahrungsberichte von Autoren und Autorinnen wie Mirna Funk, Channah Trzebiner, Yascha Mounk oder Dimitrij Kapitelman. In den achtziger Jahren geboren, wuchsen sie in einer Gesellschaft auf, in der das Jüdischsein angeblich kein Thema mehr war. „Holocaust is over” hieß es – doch stellten sie fest, dass die Gesellschaft noch immer auf ihre jüdischen Wurzeln reagiert: mit Festschreibungen, Ausgrenzungen, Vereinnahmungen. Wie verhalten sie sich dazu? Was bedeutet es für sie, jüdisch zu sein? Wie sehr beschäftigt sie das Schicksal ihrer Großeltern? Und letztlich: Was für Geschichten haben sie zu erzählen? Feature im Deutschlandfunk Kultur

Terrorismus in der Literatur

Foto: Hans Martin / Flickr

Die Terroranschläge in Paris, Istanbul, Brüssel und anderswo haben die westliche Welt tief erschüttert. Wie reagiert die Literatur auf die Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten? Wie denkt ein Mensch, der bereit ist, für seine Überzeugungen zu töten und zu sterben? Und wie erschütterbar sind unsere moralischen Grundwerte? „Ein Bömbchen hätten sie alle verdient“ – Terrorismus in der Literatur“ heißt ein Feature, das am 10. Juni 2016 um 19:30 Uhr im Deutschlandradio Kultur läuft – u.a. mit Romanen von Zoë Beck, Christoph Peters und Sherko Fatah.

Selfpublishing

Der Verlag von morgen sei der Selbstverlag, verkündete ausgerechnet der neue Hanser-Verleger Jo Lendle. In der digitalen Welt sei „jeder Autor sein eigener Lektor, Setzer, Gestalter, Booker, Marketingchef … In die Läden kommt man nun ohne jede Hürde. Nur heißen sie inzwischen Plattformen.“ Das unterscheidet heutige Selfpublisher von den Selbst- oder Autorenverlagen alter Schule, die mit ihren Produkten von den klassischen Verlagen als Konkurrenz kaum wahrgenommen wurden. Im Zeitalter von Kindle und iPad ist es durchaus möglich, mit einem selbst verlegten Buch ein breites Publikum zu erreichen. In den USA stammt bereits ein Drittel aller Titel, die Amazon als E-Book verkauft, von Selfpublishern. Die traditionellen Verlage beobachten den Markt nicht nur, einige haben eigene Selfpublishing-Plattformen gegründet. Das Feature „Selfpublishing – Kein Verlag? Do it yourself!“ läuft am 23.10.2015 um 19:30 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Die Ordnung der Dinge

Kreatives Chaos auf dem Schreibtisch bei der Arbeit für die Sendung „Die Ordnung der Dinge“, in der es um den „täglichen Kampf um ein aufgeräumtes Leben“ geht – um stehengelassene Kaffeetassen, Aufräumstrategien und die Kunst, in einer Partnerschaft mit einem unterschiedlichen Ordnungsempfinden umzugehen. 18.06., 10:05 Uhr, SWR2

Asyl in Pankow

Immanuel beginnt bald seine Ausbildung. Arva sucht eine Wohnung. Abdulkadar Asli ist untergetaucht. Die drei sind als Asylbewerber nach Deutschland gekommen, genauer gesagt: nach Berlin Pankow, wo im November 2013 ein neues Flüchtlingsheim in Betrieb genommen wurde. Befürchtete Proteste blieben damals weitestgehend aus, da das Bezirksamt unter dem Motto „Wir in Pankow – tolerant und weltoffen“ eine Informationsoffensive aufgelegt hatte, mit der Anwohner von Anfang an für das Projekt gewonnen werden konnten – nicht nur „Politcracks“, wie Martin von der Antifa meint, sondern auch ganz normale Leute „mit Herz und Verstand“. Bei Ankunft der Asylbewerber waren die Lagerräume des Heimes mit Sachspenden prall gefüllt. Ein Unterstützerkreis hatte sich gebildet. Gelegentliche Versuche, Stimmung gegen das Heim zu machen, verebbten bald. Die Bürgerinitiative hingegen hält bis heute an.„Asyl in Pankow – Über die Organisation einer Willkommenskultur“, Deutschlandfunk, 19.05. um 19:15 Uhr.

Die mittlere Generation Ost

Als Hoffnungsträger und Versuchskaninchen des sozialistischen Experiments entwickelte die mittlere DDR-Generation ein tiefes Misstrauen gegen das, was am Reißbrett der Gesellschaftsplaner als Lebensentwurf für sie Gestalt annahm. In ihrem Buch „Generation Mauer“ bescheinigt die Publizistin Ines Geipel den heute Mitte Vierzig- bis Mitte Fünfzigjährigen Analysefähigkeit und Distanz zum Vorgegebenen. Der Mauerfall brachte die lang ersehnte Dynamik ins Leben dieser von Soziologen auch als „glücklich“ bezeichneten Generation. Sie hatte schon eine Vergangenheit in der DDR und noch eine Zukunft im vereinten Deutschland. Aber wo stehen die Mauerkinder des Ostens heute? Sind sie wirklich die Gewinner der deutschen Einheit? Autoren der mittleren DDR-Generation wie Gregor Sander, Angelika Klüssendorf und Karsten Krampitz geben in ihren Romanen Auskunft über das, was sie geprägt hat, und darüber, wie sie heute ihr Leben sehen. Das Feature „Woher wir kommen, wer wir sind – Romane über die mittlere Generation Ost“ läuft am 31.10. um 19:30 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Fremde Leben festhalten

Im Zuge des demografischen Wandels verspüren offenbar immer mehr Menschen das Bedürfnis, ihre Autobiografie schreiben zu lassen, die Erfahrungen und Erlebnisse ihres Lebens vor dem Vergessen zu bewahren. Hilfe erhalten sie dabei von so genannten Autobiografikern – Autoren, die sich auf das Verfassen von Lebensgeschichten spezialisiert haben. In der von der Publizistin Katrin Rohnstock gegründeten Firma Rohnstock Biografien werden spezielle Fertigkeiten vermittelt, um das Erlebte in eine Erzählung umzuwandeln, fremde Leben festzuhalten. Aber wie findet man Worte, die der jeweiligen Person entsprechen? Was sind das für Menschen, die aus ihrer Biografie ein Buch machen wollen? Diesen Fragen geht ein Feature nach, das ich für den SWR geschrieben habe. „Fremde Leben festhalten – Der Beruf des Autobiografikers“ läuft am 21.05. um 10:05 auf SWR2.

Jahrgang 1964

Wer 1964 in Deutschland das Licht der Welt erblickte, konnte sich über einen Mangel an gleichaltriger Gesellschaft nicht beklagen. Mehr als 1,3 Millionen Mal hallte Säuglingsgeschrei durch die Kreißsäle in Ost und West. So viele Nachkommen zeugten die Deutschen noch nie und nie wieder. In diesem Jahr werden die Babyboomer fünfzig. Aber wer sind sie, wo stehen sie, was macht sie aus? Welche Ereignisse und Erlebnisse waren wichtig für das politische Denken, Handeln und die Persönlichkeitsentwicklung der 64er? Ein Rückblick mit Angehörigen meines Jahrgangs auf fünfzig Jahre, in denen die Alterspyramide auf den Kopf gestellt wurde, Mauern fielen und Zwillingstürme einstürzten. „Eine politsche (Auto-) Biografie der 64er“ läuft am 17.02. um 19:30 Uhr im Deutschlandradio Kultur.