Kategorie: Aktuell

Sagenhaft

Die wunderbare Gabriele Haefs hat mich eingeladen, für die von ihr und Karin Braun herausgegebene Anthologie mit „Sagenhaften Geschichten“ etwas zu schreiben. Erst hatte ich keine Ahnung, was denn so sagenhaft sein könnte, dann erinnerte ich mich an die Geschichte vom sowjetischen Fliegeroffizier Igor Belikow, der 1969 in Magdeburg einem aus dem 5. Stock stürzenden Mädchen das Leben rettete, indem er es mit seinem Soldatenmantel auffing. Eine echte Heldentat also, die Gotthold Gloger 1970 bereits in seinem Kinderbuch „Kathrins Donnerstag“ zeitgemäß propagadistisch aufgepeppt hat. Bei mir ist daraus nun eine Heldensage geworden. Glaube ich zumindest. Oder weiß ich, denn „Was Sagen sind, bestimmen wir“ heißt das Buch im Untertitel.

Väter

Anders als in der Väterliteratur der siebziger und achtziger Jahre sind die heutigen Bücher über Väter keine Abrechnungen, sondern Annäherungen. Parallelen werden deutlich – Vaterbilder, Vaterrollen, die von Krieg und Nachkriegszeit geprägt wurden, von Wirtschaftswachstum und Wohlstand, egal ob sie mit gesellschaftlichem Aufstieg oder Ausstieg aus der Gesellschaft verbunden sind. „Annäherung statt Abrechnung – neue Bücher über Väter“ – ein Feature im Deutschlandfunk Kultur

Ost-West-Paare

Foto: Philipp Vogt

Der Anteil von Ost-West-Paaren betrug 2009 laut einer gesamtdeutschen Studie bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften 11 Prozent, bei Ehen knapp 2 Prozent. Am häufigsten leben Ost-West-Paare im Westteil Deutschlands und bestehen aus einem westdeutsch sozialisierten Mann und einer Frau, die aus Ostdeutschland kommt. Eine Folge der starken Binnenmigration der Nachwendezeit. Doch mittlerweile ziehen ebenso viele Menschen von Ost nach West wie umgekehrt. Wie sehen Ost-West-Paare ihre Beziehung und die gesamtdeutsche Entwicklung heute? „In Liebe vereint?“ – ein Feature im Deutschlandfunk Kultur

Literatur und Klimawandel

Quelle Pixabay

Brennende Dschungel, Artensterben, steigende Meeresspiegel – die Folgen des Klimawandels sind ebenso unübersehbar wie die Halbherzigkeiten der Politik. Längst reagiert auch die Literatur auf die wohl größte Herausforderung der Zukunft. Autorinnen und Autoren entwerfen realistische  Dystopien, schreiben Naturgedichte angesichts schmelzender Eismassen und geben der Generation eine Stimme, die protestierend auf die Straße geht. Ein Streifzug durch literarische Neuerscheinungen über die menschengemachten Veränderungen des Weltklimas im prognostizierten Rekordsommer 2020. „Geschichten über die Zerstörung der Natur“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Antisemitismus heute

Nicht erst seit dem Anschlag von Halle wächst die Sorge jüdischer Menschen in Deutschland. In rechten Netzwerken wird immer hemmungsloser zur Vernichtung von Juden aufgerufen. In der Öffentlichkeit diskutiert man darüber, wie sicher Menschen, die jüdische Symbole tragen, noch auf der Straße sind. Eltern und Lehrer berichten, dass sich die Formulierung „Du Jude!“ inzwischen als Beleidigung auf Schulhöfen etabliert hat. 44 Prozent der in Europa lebenden Juden hätten laut einer Studie vom Dezember 2018 bereits darüber nachgedacht, den Kontinent zu verlassen. „Das schleichende Gift – Antisemitismus in Deutschland“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Alte Tante BRD

Auffällig oft kehren Autorinnen und Autoren derzeit zurück an die Orte ihrer Herkunft irgendwo zwischen Friedrichshafen und Flensburg. Manchmal ein wenig wehmütig, selten nostalgisch, niemals sentimental. Es geht ihnen darum, herauszufinden, was sie geprägt hat in der alten BRD, die inzwischen ebenso verschwunden ist wie die DDR. „Damals hinterm Mond – literarische Innenansichten der alten Bundesrepublik“ Feature im Deutschlandfunk Kultur

Expertensache

Quelle Pixabay

Experten sind oft dann gefragt, wenn Politiker Argumentationsstützen benötigen. Weniger geschätzt wird ihre Meinung von Leuten, deren politische Agenda sie mit ihren Analysen infrage stellen. Für den Schweizer Historiker Caspar Hirschi sind die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sowie der Sieg des „Leave“-Lagers beim Brexit-Referendum Indizien dafür, dass der Traum von einer Wissensgesellschaft  wohl vorerst ausgeträumt ist.  „Wissenschaftler als Politikberater. Die Rolle des Experten im postfaktischen Zeitalter“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur

Streit um Stella

Dass man Peter Wydens Buch über Stella Goldschlag für einen Roman gehalten hat, liegt möglicherweise an der Anschaulichkeit seiner Sprache und an der Empathie, mit der er Schicksale und Personen beschreibt. Was leistet Takis Würgers Roman „Stella“ hingegen, der sich auf Wydens Buch als Quelle beruft? Wie eindringlich bringt er uns Figuren in ihren Konflikten näher? Gar nicht, heißt es fast einhellig im Feuilleton. Der unterkomplexe Umgang Würgers mit dem historischen Stoff wirft jedoch Fragen auf: Gibt es ästhetische und ethische Anforderungen bei der Auseinandersetzung mit dem Holocaust? Was ist „Holo-Kitsch“, „Second-Hand-Shoah-Literatur“? „Die Schwierigkeiten beim Schreiben über die Shoah“ – Feature im Deutschlandfunk Kultur